Artikel aus der Ostthüringer Zeitung vom 18.06.2008

 

Cowboys wissen wohin

 

Auf dem Falbenhof in Oelsen findet am Wochenende die 2. Countryparty statt
Von OTZ-Redakteur Peter Cissek Oelsen. Am kommenden Wochenende ist so viel los, dass so mancher nicht weiß, welche Veranstaltung er (zuerst) besuchen soll. Für Country-Freunde stellt sich diese Frage nicht. Sie zieht es auf den Falbenhof im Krölpaer Ortsteil Oelsen. Hier findet drei Tage lang die 2. Countryparty statt.

"In der Nähe von Oelsen gibt es keinen Colorado, aber die Kotschau, es gibt auch keine Rocky Mountains, aber den Clydenfelsen. Das ist genau der richtige Ort für Cowboys, die die Freiheit lieben und brauchen wie die Luft zum Leben. Das ist genau der Ort für eine Ranch oder auf deutsch, einen Reiterhof", erklärte Kathrin Wöckel, weshalb sie sich mit ihrer Familie auf diesem Fleckchen Erde niederließ. Am 24. September 2005 hat diese den Falbenhof geöffnet, nach viel Arbeit und so manchem Kampf mit der Tücke des Objekts. Dächer waren undicht, Fenster mussten eingebaut werden. Was sich die Natur geholt hatte, musste ihr wieder abgerungen werden. Alter Bauschutt und baufällige Gebäude mussten abgetragen oder für eine spätere Nutzung gesichert werden. So verging fast ein Jahr mit viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Mit dem Einzug der ersten Pferde zogen auch die Falben, also eine ganz besondere Rasse, ein. Somit war der Name für die Ranch schnell gefunden: Falbenhof. Mit der Einweihung des Hauses war dann auch ein weiterer Schritt in die touristische Erschließung der Region getan. So bieten die Cowboys vom Falbenhof Reitstunden im Westernstil an. Tagesaus- und mehrtägige Ausritte stehen ebenso auf dem Programm wie Reiten für Kinder. Wanderreiter können im Falbenhof fachsimpeln, aber auch ihr müdes Haupt in Oelsen zur Ruhe legen. Für die Pensionspferde stehen Pferdeställe zur Verfügung.

"Cowboys können nicht nur arbeiten, sondern auch bei Countrymusic feiern, Linedance machen und so manche Flasche Whisky leeren. So haben wir uns mit der Fertigstellung der großen Halle Gedanken gemacht und organisierten im vergangenen Jahr die 1. Countryparty in Oelsen", sagte Kathrin Wöckel. Mit der Wochenendparty wollten Familie und Freunde einen Ersatz für das Countryfest anbieten, das bislang in Zella stattfand.

Der Zuspruch gab ihnen recht, sodass auch dieses Jahr die Cowboys an diesem Wochenende wissen, wo sie hingehören. www.falbenhof.deProgramm Freitag: 21 Uhr Helt Oncale (USA); Samstag: ab 13 Uhr Bullriding, Bogenschießen, Kinderprogramm, Linedance-Workshop und Ausritte, am Abend: Daniel T. Coates (USA/D); Sonntag: Zünftiges Breakfast.

An allen Tagen: Musik, Westernstände, Wildwestromantik.

 

Artikel aus der Ostthüringer Zeitung vom 23.06.2008

Neuer Stern am Countryhimmel

Schon bei der ersten musikalischen Einlage  von Daniel T. Coates (Mitte) am Samstag füllte sich die Tanzfläche.
Schon bei der ersten musikalischen Einlage von Daniel T. Coates (Mitte) am Samstag füllte sich die Tanzfläche.
Countryparty in Oelsen lockt Fans mit liebevoller Organisation und buntem Programm
Von Mario Keim Oelsen. Der Cowboyhut ist inzwischen in Oelsen ein bekanntes Bild. Wanderreiten, auch im klassischen Western-stil, steht auf der Angebotspalette des örtlichen Falben-hofes. Dessen Ambiente ist wie geschaffen für eine Countryparty, dachte sich deshalb Countryfan Harald Pitzing. Der Zellaer und seine Lebensgefährtin gewannen die Betreiber der Wanderreitstation in Oelsen und gemeinsam veranstalteten sie im vergangenen Jahr zum ersten Mal eine Countryparty nach Zellaer Vorbild. Am Wochenende fand in Oelsen nun die zweite Auflage statt.

"Oelsen ist der neue Stern am Countryhimmel", sagte Fred Hölzner aus Riechheim. Der Wahlthüringer muss es schließlich wissen. Gemeinsam mit Ehefrau Sylvia betreibt er an den Wochenenden einen Handel mit Utensilien, die für einen Countryfan wichtig sind. Am Samstag waren Fahnen aus seinem Vorrat besonders gefragt. Leihweise wurden sie in der Mehrzweckhalle unter dem Dach befestigt, um während des Konzertes von Daniel T. Coates aus den USA den Schall zu dämpfen. Nichts sollte dem Zufall überlassen werden.

"Es ist unwahrscheinlich, mit wieviel Mut und Sachverstand die Organisatoren hier herangehen", bescheinigte Fred Hölzner den Gastgebern in Oelsen. Dieses Kompliment betraf sowohl das Rahmenprogramm mit der Möglichkeit zum Zelten als auch die Musik an den beiden Abenden. Am Freitag zu Gast war der US-Amerikaner Helt Oncale, am Samstag hatten Daniel T. Coates und seine Kollegen die Herzen der Fans im Sturm erobert. "T. Coates gehört zu den besten Sängern. Und er spielt für das Publikum. Die Leute sollen tanzen, aber auch mal zuhören können. Darüber hinaus kann er Roy Orbison wunderbar covern", schwärmte Hölzner.

Mit den Komplimenten gehen Lars und Kathrin Wöckel, seit 2004 Besitzer des Falben-hofes, bescheiden um. "Ohne die tatkräftige Unterstützung unserer Familie und der anderen Helfer wäre das nicht zu schaffen", sagte Lars Wöckel.

Die Vorbereitung in diesem Jahr betraf nicht nur das Organisieren des zweitägigen Festes. Vor drei Wochen hatte es zweimal sintflutartige Regengüsse in Oelsen gegeben. Hinzu kam, dass der Sturm Emma ebenfalls in diesem Jahr ein Viertel des Daches der Mehrzweckhalle abgedeckt hatte. Auch hier waren helfende Hände gefragt, erinnerte Jürgen Wöckel an die Arbeit in den vergangenen Wochen. Auf diese Weise entsteht Vieles im Falbenhof in Eigeninitiative. Von den Veränderungen im Hof können sich die Besucher des Countryfestes somit am besten ein Bild machen.

Derweil freuen sich nach den Worten von Jürgen Wöckel die rund 45 Einwohner im kleinen Oelsen. "Viele sind dankbar, dass im Ort etwas passiert." Sein Dank geht auch an die Einheitsgemeinde Krölpa, "die im Rahmen ihrer Möglichkeit bürokratische Hürden aus dem Weg räumt" und somit ein Stück am Gelingen der Veranstaltung beigetragen hat.


23.06.2008